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Mein Auslandsjahr in Kanada

Reisebericht von Stephanie Dehnz, Dorfstr. 24, 03238 Lichterfeld

 

Mein größter Traum ein High-School-Jahr in Kanada zu verbringen ging am 20. August 2008 in Erfüllung. Ich begab mich auf den Weg in ein neues, aufregendes Leben.

Ihr fragt euch bestimmt, warum gerade Kanada. Ich werde euch meine Beweggründe und meine tollen Erfahrungen während des 11-monatigen Auslandsaufenthaltes darlegen.

Kanada zeichnet sich nicht nur durch seine einzigartige Natur mit z.B. schneebedeckten Bergen - die zum Skifahren einladen - oder türkisblaue Seen - die einem den Atem rauben - aus, sondern auch durch die Mentalität, die Gastfreundlichkeit und die positiven Einstellungen der Bewohner aus.

Neben der außergewöhnlichen Landschaft war die Tierwelt für mich völlig neu. Oder habt ihr schon einmal Schwarzbären, Wale oder Rentiere in der freien Wildbahn gesehen? Es war ein tolles Erlebnis, diese Tiere live zu sehen, die es in Deutschland nicht gibt.

Es verschlug mich in den äußersten Westen von Kanada auf eine recht kleine Insel mit dem Namen „Vancouver Island“ im Pazifik. In meiner neuen Heimatstadt „Ladysmith“ leben ca. 10.000 Menschen und die Insel ist mit 3100 km² ca. so groß wie Belgien.

Da ich ein richtiger Familienmensch bin, war meine größte Sorge, dass ich in eine nette Gastfamilie komme. Ich war überglücklich, dass ich vom ersten Tag an wie ein echtes Familienmitglied behandelt wurde. Wir haben gemeinsam sehr viel unternommen und hatten viel Spaß. Zu meiner 14-jährigen Gastschwester hatte ich ein ganz besonders herzliches Verhältnis und sind in diesem Jahr zu sehr guten Freunden geworden.

Jetzt stand die zweite Hürde vor mir, die Schule. Das kanadische Schulsystem zählt zu den Besten der Welt, und das kann ich nur bestätigen. Meine Schule besaß moderne Computerräume, technische Labore, hervorragende Sportstätten, etc. So ungewöhnlich wie sich das für deutsche Schüler anhören mag, aber der Unterricht hat mir durch den Praxisbezug richtig viel Spaß gemacht.

Wir hatten insgesamt pro Halbjahr nur 4 Unterrichtsfächer, davon einmal Sport. Bei drei Fächern könnt ihr euch vorstellen, wie intensiv die Vermittlung des Lehrstoffes war. Das Fächerangebot war sehr umfangreich, da fiel die Auswahl nicht leicht. Ich belegte z.B. die Fächer Mathe, Englisch, Geschichte, Biologie.

Ich habe schnell Anschluss in Kanada gefunden und mich sehr gut eingelebt. Aller Anfang ist schwer, aber bereits nach kurzer Zeit habe ich Freunde gefunden, mit denen ich sehr viel in meiner Freizeit unternommen habe und mit denen ich noch immer in Kontakt stehe.

Da mir das Lernen in der Kombination von Theorie und Praxis richtig Spaß gemacht hat, bekam ich am Ende des Schuljahres sogar eine Auszeichnung für besondere schulische Leistungen. Diese haben nur insgesamt 6 Schüler aus meinen Jahrgang bekommen und ich war die einzige Austauschschülerin. Ich war sehr stolz als ich diese in Empfang nehmen durfte

 

Ein wichtiger Aspekt im Leben der Kanadier ist der Sport. An meiner Schule gab es ein reichhaltiges Sportangebot, von Eishockey über Volleyball und Basketball bis hin zum Rugby, Football oder Baseball. Fast jeder Schüler ist nach der Schule noch in Vereinen aktiv. Darunter darf die Schule aber nicht leiden, sonst muss der Schüler das Team verlassen. Ich selbst habe regelmäßig Volleyball und Basketball gespielt.

In meinem Austauschjahr bin ich auch viel gereist. Zum Beispiel führte mich ein 4-tägiger Ausflug in die Rocky Mountains, von denen ich zwar schon viel gehört habe, aber so mittendrin zu sein und die Gletscher, fünf Nationalparks mit seinen wilden Tieren, den reißenden Wasserfällen bis hin zur kanadischen Wüste hautnah zu erleben, war unbeschreiblich schön und für mich ein unvergessliches Erlebnis. Die Fotos spiegeln leider nicht einmal ansatzweise die gewaltigen und wunderschönen Natureindrücke wider.

In den Frühlingsferien ging es für mich nach Kalifornien, genauer gesagt nach Los Angeles und San Francisco. Dieser Ausflug war zwar das komplette Gegenteil von meiner Rocky Mountains-Tour, aber es war ein super Städtetrip. Hier habe ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie Alcatraz, die Golden Gate Bridge, den Walk of Fame, Hollywood Bow, Kodak Theater, Malibu Beach, etc. besucht und mich ab und zu wie ein kleiner Star in Hollywood gefühlt.

Neben diesen 2 großen Ausflügen war ich auch oft in Vancouver, Victoria (Hauptstadt der Provinz British Columbia) oder in anderen Teilen von Vancouver Island, z.B. in Tofino habe ich Wale beobachtet, in Duncan die Totem-Pfähle der Indianer besichtigt und in Chemainus die gemalten Bilder der Ureinwohner an 37 Häuserwänden bestaunt.

Es war ein in mein Leben einschneidendes Jahr. Viele schöne Freundschaften aufzubauen, eine andere Lebensweise und Sprache kennenzulernen sowie auch das Schulsystem und die kanadische Natur in seiner Schönheit zu sehen, werde ich immer in meinen Gedanken haben.

Das sich für mich ein Traum erfüllte, habe ich in erster Linie meinen Eltern, Großeltern und der Sparkassenstiftung der Sparkasse Elbe-Elster, die mich alle finanziell unterstützten und diese Reise ermöglichten, zu verdanken.

Vielen, vielen Dank!

 

 

Lichterfeld, den 03.08.2009

Stephanie Dehnz

 

 
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